Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wol auf, ir landsknecht alle von

Wohl auf, ir landsknecht alle,
seid frölich, seid guter ding!
Wir loben got den Herren
darzu den edlen küning:
Er legt uns ein gwaltigen haufen ins felt,
es sol kein landsknecht trauren umb gelt,
er wil uns erlich lonen
mit stüwern und sonnenkronen.

Der herzog aus Burgunde,
derselbig treulose man,
wolt uns den edlen Franzosen
schentlich verraten han.
Das schaffet got durch seine güt,
got wöll uns den edlen könig behüt!
Er ist ein edler herre,
wir dienen im allzeit gerne.

Beim pauren muß ich dreschen,
muß essen saure milch:
Beim könig trag ich die volle fleschen,
beim pauren ein groben zwilch.
Beim könig trit ich ganz tapfer ins felt,
ziech daher als ein freier helt,
zerhawen und zerschnitten
nach adelischen sitten.

Es sol kein landsknecht garten
für eines pauren haus,
denn er muß rotten und backen,
daß im der Schweiß bricht aus,
darzu das mark in seim gebein.
Vil lieber dient ich dem könig allein
denn einem reichen pauren,
er gibt uns das gelt mit trauren.

Der uns diß newe liedlein sang
von newen gesungen hat:
Das hat getan ein landsknecht gut,
ist glegen vor mancher stat.
In mancher feltschlacht ist er gewesen,
in vilen stürmen hat er genesen;
dem edlen könig zu eren,
sein lob ist weit und fern.

16. Jahrhundert