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Minnelied von

Minnelied

Al mein gedenken die ich han,
die sind bei dir.
Du außerwelter einger trost,
bleib stet bei mir!
du, du, du solt an mich gedenken;
het ich aller wunsch gewalt,
von dir wolt ich nicht wenken.

Du außerwelter einger trost,
gedenk daran!
Leib und gut des solt du ganz
zu eigen han!
Dein, dein, dein wil ich beleiben,
du geist mir freud und hohen mut,
und kanst mir leid vertreiben.

Du allein und niemants mer,
das wiß fürwar,
tetst du desgleichen in trewen an mir,
so wer ich fro.
Du, du, du solt von mir nit setzen,
du geist mir freud und hohen mut
und kanst mich leids ergetzen.

Du allerliebst und minnikleich,
die ist so zart,
iren gleich in allem reich
vindt man hart.
Bei, bei, bei dir ist kein verlangen,
do ich nu von ir scheiden solt,
do het sie mich umfangen.

Die werte rein, die ward ser wein,
do das geschach,
?Du bist mein und ich bin dein!"
sie trawrig sprach,
wann, wann, wann ich sol von dir weichen.
ich nie erkant noch nimer mer
erken ich dein geleichen.

16. Jahrhundert