Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Goldne Abendsonne von

Goldne Abensonne,
wie bist du so schön,
nie kann ohne Wonne
deinen Glanz ich sehn.

Willst nun, Sonne, fliehen,
mit dem schönen Strahl,
nach dem Meere ziehen
über Berg und Tal?

Abendglocken singen
von der Türme Dach
mit gewalt'gen Schwingen
dir den Abschied nach.

Und die Hände heben
zum Gebet sich all,
die Gebete schweben
auf zum Glockenschall.

Noch erhellt dein Blitzen
auf dem Turm den Kranz
und der Berge Spitzen
mit dem Purpurglanz.

Seht, sie ist geschieden,
läßt uns in der Nacht;
doch wir sind in Frieden:
der im Himmel wacht!