Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Es wandelt, was wir schauen von

Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt in Abendrot,
die Luft hat eignes Grauen,
und alles hat den Tod.

Ins Leben schleicht das Leiden
sich heimlich wie ein Dieb,
wir alle müssen scheiden
von allem, was uns lieb.

Was gäb es doch auf Erden,
wer hielt den Jammer aus,
wer möcht geboren werden,
hieltst du nicht droben haus!

Du bists, der, was wir bauen
mild über uns zerbricht,
daß wir den Himmel schauen —
darum so klag ich nicht.