Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Schwüle von

Schwüle

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
dumpf und schaurig tönt mein Ruderschlag —
Sterne, Sterne — Abend ist es ja —
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah —
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe Stimme ruft
mich beständig aus der Wassergruft —
weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht —
es war Zeit! — ein schwaches Flimmerlicht —
denn ich wußte nicht, wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!