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Sternennacht von

Sternennacht

Sternenglut, du hehre, goldnes Zauberreich,
seh ich dich erschlossen, wird das Herz mir weich,
Tröstung winkt mir ewig deine lichte Zier,
ewig jauchzt entgegen meine ganze Seele dir!

Während mitternächtlich Mond- und Sternenlauf
der Erde Rund umwandelt, geht eine Welt mir auf
versunkner Herrlichkeiten; verschollner Klang erwacht,
vereint vor meinem Auge blüht alter Zeiten Wunderpracht.

Und wie der Pilger, flüchtend vor Welt und Schicksalswucht,
heilige Wunderstätten wallfahrend fromm besucht,
so nachts in alle Weiten zieht meines Sehnens Traum:
Zeiten- und Völkerfernen sind meiner Andacht Tempelraum!