Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An eine seiner Bekanten von

An eine seiner Bekanten/ welcher sich in vnzeitige Ehe eingelassen

Daß du mein Poete nun die Musen pflegst zu hassen
Durch Weiber List verführt; auch aller Einsamkeit/
Vnd Keuschheit abgesagt/ im Lentzen deiner Zeit
Vnd dich durch schnöde Lust/ vñ Gelt bethören lassen;
Meinst Du sey wolgethan/ ja daß auff allen Gassen/
Ein jeder nur von dir vnd deinem Glücke schreyt;
Schaw daß dirs nicht zu bald von Hertzen werde Leid/
Daß dein verblender Geist/ sich jtzt so läst anfassen.
Was deucht dich/ wenn hernach dir deine Braut vorsingt/
Das diß Ihr Teller sey/ der auff dem Tische klingt;
Wenn nicht ihr Tahler wer/ so must du Hunger sterben/
Wie wird dir seyn zu Mut? du meinst wie möchts geschehn?
Sie liebt mich viel zu sehr/ sonst pflegets so zu gehn/
Wenn nicht ein Ehman kan sein eigen Brod erwerben.