Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An eben Selbige von

An eben Selbige

Sie dennoch sie/ mein Licht/ sie wil beständig seyn/
Ob die Zeit sich gleich verändert und die Sonne sich versteckt/
Und die wüsten Felder trauren/ und das Feld mit Schnee bedeckt/
Sie dennoch (wie sie schreibt) geht kein Verändern ein
Die Bäume sind entblöst/ das Wasser hart als Stein/
Der Palläste göldne Spitzen sind mit grauen Reiff befleckt/
Aller Blumen welcke Blätter die durchbeiste Kält erschreckt.
Nur ihre Rose steht in frischem Glantz allein/
Warum doch wil ich hier verziehen?
Wo nichts denn Unlust ist und kalte Winter-Lufft/
Weil sie mir noch/ mein Licht/ zu ihren Rosen rufft.
Ade ich muß von hinnen fliehen!
Wer länger schmachten wil in scharffer Frostes-Pein/
Wenn ihm der Frühling rufft/ muß es nicht würdig seyn.