Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Sehnlichster Weißheit-Wunsch von

Sehnlichster Weißheit-Wunsch / Zu vorgenommenem löblichen Lobewerk

Ach daß die Weißheit wär ein Pfeil / und mich durchdrüng' /
ein glantz und mich erhellt'; ein wasser / und mich tränkte /
ein abgrunds-tieff' / und sie mich ganz in sie versenkte /
ein Adler / der mit mir sich zu der Sonne schwüng:
ein helle Quell' / so in die Sinnen rinnend sprüng'!
Ach! daß den Kunst- Geist sie mir aller Weißen schenkte!
daß nur was würdigs ich zu Gottes Lob erdenkte
und seiner Wunder Preiß nach wunsch durch mich erkling!
Ich such' je nicht mein Lob / die selbst-Ehr sey verflucht!
Gott! Gott! Gott! ist der Zweck / den ihm mein kiel erkohren.
Ich bin der Pinsel nur: sein Hand mahlt selbst die Frucht;
Ihr zimt die Ehr / wird was aus meinen Sinn gebohren.
Aus Gottes trieb kan ja kein Teuffels Laster fliessen.
mein einigs flugziel ist / zu Jesus Christus Füssen!