Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gemüts-Stillung von

Gemüts-Stillung

Sey still / gib Gott die Ehr! Er weiß die zeit zu finden:
in seiner vorsicht schatz ist sie schon ausgetheilt.
Sein Ziel wird durch gedult / durch murren nicht / ereilt.
Der Ball pflegt / schlägt man stark / aufs neue zu verschwinden.
Ein Schiff laufft Hafen ein / bey sanfft gelinden winden:
der ungedultes-Brauß die Anfurt nur verweilt.
Ein still-verwundter wird viel ehender geheilt.
Von freyheit unbekriegt / lässt Er sich eher binden.
Sich blinden / Gott vertraut / ist Haupt-vorsichtigkeit.
So höher ist sein Ziel / so minder es zu greiffen:
es wunder-herrlicht sich / mit längerung der zeit.
Die kostbarn Geister Säfft / gemach / gemach her träuffen.
so wenig als die Sonn versiht ihr untergehn /
kan Gott die rechte Zeit der Hülff' auch übersehn.