Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Ruhe der unergründlichen verlangen von

Ruhe der unergründlichen verlangen

Nvr ruhe / meine Seel' / in Gottes tieffen wunden.
Versenk all deine bitt' / in seinem Meer voll Blut;
die kleinhett deiner sach' / in diß Allwesend Gut.
Was das geschöpfversagt / wird in dem Schöpfer funden.
Sihstu schon keinen trost in dieser Erden-Runden:
wiß / Gott ist grösser noch / als sie / dein Herz und muht.
Die wunder er allzeit auf über-Irdisch thut.
Ihr wesen wird daraus / wann alles seyn verschwunden.
Wann Geist-erforschung schon sich weiter nicht erstreckt /
so laß die sinnen in des Glaubens süßheit schlaffen:
dann wird dir Gott daraus ergetzlichkeit erschaffen
und angenehme Freud / wann er dich wider weckt.
Traustu dir höher nicht durch Hoffnung aufzufliegen:
|warheit |
so bleib' im tieffen grund der'Allmacht' G0ttes
|Güte | liegen.