Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Auf die über-Natürliche Meer-Wandelung des Herrn von

Auf die über-Natürliche Meer-Wandelung des Herrn

Was ists / daß ohne Müh der HERR im Meer so gehet?
weicht dann das nasse Glas / die schnelle Welle / nicht?
Nein! sie ist Demant-hart / zu tragen den verpflicht /
der samt der Erd sie trägt / so lang die Welt bestehet.
Wie daß kein Wirbelwind herwehend' ihn ümdrehet!
Er macht den Wind geschwind verschwinden / wann Er spricht;
ein Wort; ihm alsobald sein rasends blasen bricht.
Ist doch sein Mund der Grund / draus erstlich Er gewehet!
welch' eine Tieffe / seht / jetzt auff der Tieffe schwebt!
die unerschaffliche / auff dieser die erschaffen /
die zuverschlingen auch / die erste / schon anhebt:
weil ihre Macht / sie macht vor ihrer gänzlich schlaffen.
Es ist das ganze Meer ein Tröpflein seiner Witz:
wie leicht vertrocknet es der Gottheit heller Blitz.