Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Auf eben dieselbige von

Auf eben dieselbige

Nicht nur in Noht und Tod / auch wesentlich im Mund /
gibt sich mein Liebster mir / mit Süssigkeit zufühlen.
Sein Lieb-erhitztes Blut solt meine Herz-Hitz stillen.
Ich küss' / und iss' ihn gar vor Lieb' in meinen Schlund.
Nicht näher er sich ja mit mir vermählen kund.
Er gibt sein eignes Herz / mir meine Gier zu stillen:
vermacht sich uns selbselbst in seinem letzten Willen /
der auch sein Erster war noch vor der Erden Grund.
Ach schick ein Flammen-Heer / die Andacht zuentzünden.
Der Herz-Bereiter komm / dein Geist mach dir die Bahn:
er schick die Tugenden / als Seelen-Zier / voran /
auf daß du kanst dein Haus rein und bereitet finden.
Gott / der du dich mir gibst! gib / daß ich würdiglich /
und daß mit deiner Gnad' ich könn' entfahen dich.