Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Auf das neue widerwärtige Glück von

Auf das neue widerwärtige Glück

Wilstu mir / O Glück / aufs neue widersetzen?
der Anfang ist schon recht / auf alte Feindsal-Weiß.
denkst zu besiegen mich? es ist umsonst dein Fleiß.
die Tugend läst sich / auch gedrucket / nicht verletzen!
Wann deiner qualen Heer die Degen auf sie wetzen /
wann du mich schon umgiebst mit engem Aengsten-Kreiß:
will Tugend-tapffer ich erhalten doch den Preiß.
Ein schwer-erlangter Sieg kan doppelt-hoch ergetzen.
Vergieß' ich weises Blut; die Thränen trennen nicht
vom Tugend-Rennen ab / sie seynd vielmehr die Sporen /
dadurch ein traurigs Aug das Helden-Herz ansticht.
Sie werden zu Entsatz der Herzen-Bürd / gebohren /
das so entlastet dann viel mehr mit Ehr verricht.
Bekriegst mich auf das neu / so hast aufs neu verlohren.