Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Uber Gottes gnädige Regierung von

Uber Gottes gnädige Regierung

1.
Jesu / meine Freud und Wonne /
meiner Hoffnung fäster Hort!
Jesu / meine Glückes-Sonne /
meine Hoffnung hie und dort!
dir befihlich meine Sachen:
hoffend / du werdstes wolmachen.

2.
Ach wie werd' ich mich noch freuen /
wann mir hilfft dein Angesicht!
Ewig müß' es die gereuen /
welche dir vertrauen nicht.
Wol mir! du wirst meine Sachen
mir ganz löblich glücken machen.

3.
Ach mein Herrscher! wollst ergetzen
die / so dir vertrauet hat:
daß auch andre in dich setzen
ihren Trost nach dieser That /
und befehlen ihre Sachen
dem / der alles wol kan machen.

4.
Deine Allmacht wird man loben /
preißen deine Gütigkeit:
weil du auch im Himmel oben
denkest an der Armen Leid /
und regierest ihre Sachen /
zeigest / daß du alls kanst machen.

5.
Solt dir was unmüglich bleiben?
nein! dein Allmacht lied' es nicht.
Solt die Sünde dich abtreiben?
nein! dein gnädigs Herz dir bricht /
dich erbarmen meine Sachen:
darum wirstu sie wol machen.

6.
An des Herren Gnad und schicken /
hab ich meine gröste Lust.
Ach er wird mich noch erquicken.
Mir ist seine Art bewust:
er verhängt die Unglücks-Sachen /
nur daß er kan Wunder machen.

7.
Hätt man Joseph nit gefangen /
und dahin verkaufft vorher /
hätt' vielleicht er nie empfangen
in Egypten solche Ehr:
ihme musten böse Sachen
eine Bahn zur Hoheit machen.

8.
Israel hätt nie erfahren /
was deß Höchsten Rechte heist:
hätt er nicht in vierzig Jahren
Wunderwerk an ihm beweist /
und so manche schwere Sachen
seltsam sie besiegen machen.

9.
Wann ich pflege zubedenken /
wie du herrschtest von beginn:
kan ich freudig in dich senken /
was ich wünsche hab und bin;
ja selbst-unmügliche Sachen /
kanstu leicht und füglich machen.

10.
Was kan man auch schwerer sagen /
als daß solt die Sonne stehn /
und / auf eines Manns behagen /
etlich Grad zu ruck gehn?
schafft er mit den grösten Sachen?
solt er nicht die kleinen machen?

11.
Sonn' und Sterne / Meer und Erden /
seyn annoch in deiner Hand.
auf dein winken / können werden
alle Dinge umgewand.
dir sich müssen alle Sachen /
wie du schaffest / lassen machen.

12.
Drüm so will ich dir befehlen /
alles was mir liget an /
beyd des Leibes und der Seelen:
du bist der / der helffen kan.
Dir ich heim stell meine Sachen:
glaubend / du wirst es wol machen.

13.
Hastu mich aus nichts erschaffen /
Herr / zu deinen Ebenbild /
und / da ich im Tod entschlaffen /
mich erlöset also mild:
vielmehr wirstu jetzt die Sachen
deines Kindes trefflich machen.

14.
Meines Schiffleins Steuer-Ruder /
meines Lebens Leitung / ich
dir vertraue lieber Bruder!
wollest so regieren mich /
und in allen meinen Sachen
deinen Will erfüllen machen.

15.
Nun so will ich nicht mehr sorgen /
wie es da und dort möcht gehn.
Mein Glück / ist in Gott verborgen /
wird doch bald sich lassen sehn.
Gott wird alle meine Sachen
Ihm zu Ehr gereichen machen.