Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Was ist der Mensch! daß du sein gedenkest von

Was ist der Mensch! daß du sein gedenkest

Ps. 8. v. 4.

Ach was ist der Arme Mensch / daß du seiner so gedenkest.
ihm so reiche Wunder-Gnad / Hülffe / Schutz / und Rettung schenkest?
der nichts kan als dich erzürnen / übertrit all dein Gebot:
dennoch du dich ihm erzeigest / als ein Lieb'-ergebner Gott.
Kan aus diesem Gnaden-Werk / wie aus einem Büchlein / lesen
deiner Gottheit Eigenschafft / Art / und recht selbständigs Wesen:
daß du gütig / liebreich / heilig / und derwegen Gott must seyn.
Aus der unergründten Liebe / leucht der Gottheit heller Schein.
Auch die unaufhörlich Güt / uns was übermenschlichs lehret:
weil sie nur in Gott allein / unverdient gleich-Liebreich währet.
Ja die allerheiligst Würkung / ohne Selbnutz uns zu gut /
zeigt / es sey was hoch-erhabnes / über aller Menschen Muht.