Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Geistes-Belustigung in Gottes Wunder-und Gnadenwerken von

Geistes-Belustigung in Gottes Wunder-und Gnadenwerken

1.
Ach wie mächtig / ach wie prächtig
sind / Herr / deine Werke!
wer sie achtet und betrachtet /
krieget Glaubens-Stärke.
Wer nur kan ein Fünklein sehen
und ein Stäublein groß verstehen /
muß in Freudensprüngen gehen.

2.
Meine Weide / meine Freude
sind / Gott / deine Wunder.
Es empfangen die Verlangen
Feur / als deren Zunder:
sie beflammen meine Gierden /
nach dem Gottes-Ehren-Würden
und der Kirche Sieges-Zierden.

3.
Weiße Schickung / Kunst-Erquickung!
laß mich dich auch fühlen /
deiner Thaten Schutze-Schatten!
wolle mich verhühlen:
bis die Sonn / dein klarer Wille /
mich aus dieser düstern Stille
bringt zum dir-bewusten Ziele.

4.
Ich erschricke / ja bestricke
mich mit Wunder-Banden:
wann die Klarheit / voller Warheit
in dem Geist vorhanden;
wann erwegend sie beweget /
durch die Wunder-Wunsch erreget /
deinen Mund zum Grund auch leget.

5.
Durch die Schwachen / deine Sachen
herrlich du ausführest;
sie erweckest und bekeckest /
reich mit Gaben zierest;
deine Feind durch sie bekriegest /
wunder-hoch in ihnen siegest /
dieses zu bedenken fügest.

6.
Schwingen / klingen / singen / springen /
will mein Geist vor Freuden /
sich beleben / durch erheben
in die Weißheit / weiden.
Ja es dunckt mich schon zu haben /
und Seel-süssest mich zu laben
mit verheissnen Gnaden-Gaben.