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Ode an sein Lenchen von

Ode an sein Lenchen

So sollt und must es seyn: Die Strafe folgt der Sünde,
Und so, verführter Geist, geschieht dir eben recht;
Es läst dich endlich auch die nette Philirinde,
Dies ist es, was dein Herz mit neuem Kummer schwächt,
Dies ist auch, was dich jezt mit Nachdruck lehren kan,
Wie weh du Lenchens Brust durch Flucht und Bruch gethan.

Ach, freylich thut es weh, wenn solche Ketten springen;
Brecht, süße Feßel, brecht! Ich bin genug gedrückt,
Mich soll kein frischer Kuß in neue Bande zwingen;
Da Philirindens Zorn die lezte Glut erstickt,
Und da mich ihre Flucht auf Erden elend macht,
So sag ich auf einmahl der Liebe gute Nacht.

Der Liebe gute Nacht und auf einmahl zu sagen,
Mein Herz besinne dich und schäze diesen Schluß
Und wiße, daß ein Mensch bey allen Unglücksplagen
Durch wahre Lieb allein den Gram versüßen muß;
Las seyn, daß dieses Kind den treuen Wuntsch betriegt,
Wer weis, wie bald dich noch was Artigers vergnügt.

Vergnügt mich diese nicht, so darf mich nichts vergnügen:
Dies ist ein blinder Wahn bethörter Weichligkeit.
Zwey Mittel geben Rath, den Kummer zu besiegen:
Gebrauche der Vernunft, vertrau den Schmerz der Zeit,
Und wiltu ja noch mehr und bald getröstet seyn,
So nimm mit Buß und Reu die alten Flammen ein.

Ja, ja, ich fühle schon die Rückkunft erster Triebe,
Mein Blut erinnert sich der damahls reinen Treu,
Es wallt und jauchzt vor Lust und wehlt die alte Liebe,
Damit sie dermahleins des Ehstands Himmel sey.
Was denckstu dir, mein Herz? O gieb dir selbst Gehör:
Du suchest Lenchens Gunst, sie liebt dich ja nicht mehr.

Ich weis, sie liebt mich noch und kan mich nicht verlaßen;
Die Neigung gleicher Art verband uns gar zu scharf.
Komm wieder, liebster Schaz, nun will ich dich umfaßen,
So lang ich nur noch hier der Luft genießen darf;
Ist etwas, das uns trennt, so ist's der Leichenstein;
So stärckt der Riß das Band: so sollt und must es seyn.