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Lob des Knastertobacks von

Lob des Knastertobacks

Nahrung edler Geister,
Aller Sorgen Meister,
Du mein Element,
Was man jezo Knaster nennt,
Komm und las die müden Sinnen
Wieder Ruh gewinnen!

Auf dem Erdenkreise
Kommet deinem Preise
Kein Geträncke gleich;
Auch der Ärzte drittes Reich
Flicht dich, deiner Kraft zu Lohne,
Um Hygaeens Crone.

Nach den Lorbeerreisern,
Die vor allen Kaysern
Unsern Carl erhöhn,
Soltu über alles gehn,
Was aus Erd und Wurzel steiget
Und den Gipfel neiget.

Deine Kraft und Stärcke
Macht durch Wunderwercke
Allen Kummer zahm;
Misgunst, Furcht, Verdruß und Gram
Fliehn, so bald ich dich empfinde,
Schneller als die Winde.

Deine Tugend heilet,
Deine Macht ertheilet
Und gebiehrt die Ruh;
Will der Schlaf nicht bald herzu,
Kan ich ihn mit deinen Wafen
Bald ins Zimmer schafen.

Kommt der lichte Morgen,
Bringt der Tag die Sorgen,
Macht der Mittag warm,
Stüz ich ruhig Kopf und Arm
Und gebrauche deiner Kräfte
Edle Nectarsäfte.

Die dich nicht vertragen
Und zum Schimpfe sagen,
Du verderbst die Luft,
Mögen in des Schinders Gruft,
Ja zum Teufel selber kriechen
Und was Beßers riechen.

Kommt ein junges Häschen
Mit dem weißen Näschen,
Das nach Biesam stinckt,
Soll es, wenn es dich verdringt,
In den aufgerollten Haaren
Glut und Dampf erfahren.

Wer dich gar nicht brauchet
Und nicht stündlich schmauchet,
Ist des Mauls nicht werth,
Weil er die Natur verkehrt
Und die Gaben, die dich zieren,
Niemahls will probieren.

Las die Canzeln schmählen,
Ihre Diener fehlen
Und betriegen sich,
Wenn sie, theurer Knaster, dich,
Da sie dich nicht brauchen können,
Teufels Abbiß nennen.

Andre mögen sizen
Und die Lippen spizen,
Bis ihr Mägdgen will;
Gelt, du hältst mir immer still
Und vermehrest meine Plagen
Durch kein Hörnertragen.

Las den eckeln Frauen
Vor dem Dampfe grauen!
Die, so klüger sind,
Sprechen: Allerliebstes Kind,
Mich ergözet deine Pfeife,
Die ich selbst ergreife.

Rom verbrannte Leichen
Auf den Zimmetsträuchen;
Muß ich von der Welt,
Hab ich schon voraus bestellt,
Daß die Lauge deiner Asche
Meinen Cörper wasche.

Held, vor deßen Schwerdte
Stambol rückwärts kehrte,
Ewiger Eugen,
Will dein Bliz durch Ungarn gehn,
Ey, so las doch nur der Bohnen
Und des Knasters schonen.

Pursche fangen Grillen;
Aber wenn sie füllen
Und die Pfeifen glühn,
Muß der Schmerz so weit entfliehn
Als die Span'sche Degenklinge
Vor dem tapfern Binge.

Rosmarin und Nelcken
Schwinden, wenn sie welcken,
An Gefälligkeit;
Du gefällst zu jeder Zeit,
Denn dein Ruhm gedörrter Blätter
Grünt durch alle Wetter.

Sind uns unsre Wahren
An den Fels gefahren
Und ins Meer versenckt,
Brüder, last euch ungekränckt!
Blätter, so die Mohren rösten,
Können wieder trösten.

Epheu crönt Poeten;
Doch um meine Flöthen
Soll Tobackskraut blühn.
Brüder, macht euch zum Camin
Und verjagt mit diesem Pfeile
Eure lange Weile!

Hört den Winter rasen,
Hört den Nordwind blasen,
Hört, er pfeift und fährt!
Kommt, wir wollen um den Herd
Seinem kalt- und stolzen Wüten
Ruhig Troz gebiethen.

Wollt ihr Ländern rathen,
So verpflügt die Saaten,
Haut die Wälder aus,
Macht uns ein Tobacksfeld draus,
Und verzäunt es mit den Reben,
Die uns Freude geben!

Top, es leben alle,
Die bey diesem Falle
Der Toback ergözt!
Drum, ihr Brüder, raucht und nezt,
Bis der Blick vom andern Tage
Uns zu Bette jage!

Junge, schneide Knaster!
Dieses Lebenspflaster
Ist ein Polychrest.
Dem, der uns nicht rauchen läst,
Soll an Statt der Nerv- und Flachsen
Ein Tobacksstrunck wachsen.