Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Am Tage Philippi und Jacobi von

Am Tage Philippi und Jacobi

Epistel Ephes. II. v. 19. etc.

Text

Als Gäst und Fremdling seyd ihr nun
Nicht weiter ausgeschloßen:
Ihr habt der Heilgen Bürgerrecht,
Seyd Gottes Hausgenoßen,
Erbaut auf der Apostel Grund,
Ingleichen der Propheten,
Der Eckstein ist selbst Jesus Christ,
Sonst keiner ist vonnöthen.

In diesem hält der ganze Bau
Recht wohlgefügt zusammen
Und wächst zum Tempel in dem Herrn
Voll reiner Opferflammen.
Auf eben diesen seyd auch ihr
Erbaut und wohl gegründet,
Wodurch auch Gott nunmehr bey euch
Im Geiste Wohnung findet.


Lehre

Du Ursprung deßen, was nur ist,
Gerecht- und weises Wesen,
Du, der du uns von Ewigkeit
Zum Gnadenbau erlesen,
Wie unaussprechlich starck und groß
Ist gegen uns dein Lieben,
Das durch das Blut des Testaments
Uns in dein Buch geschrieben.

Wir waren nicht dein erstes Volck
Noch von der Kinder Saamen,
Die durch die Lenden Abrahams
Ins Land des Seegens kamen:
Wir waren ein verbanntes Volck
Von Ismaels Geschlechte
Und in den Augen Israels
Ein Greuel deiner Rechte.

Aus Hunden macht uns nun dein Sohn
Zu Schaafen seiner Weide,
Zu Brüdern Jacobs und dabey
Zu Erben deiner Freude:
Jezt haben wir das Canaan,
Das droben ist zu hofen,
Nun steht das Allerheiligste
In deinem Tempel ofen.

Weih unser Herz zum Tempel ein
Und räum es von den Gözen,
Die Satan, Welt und Eigensinn
Darein zum Greuel sezen!
Dein Geist bau hier die Wohnung auf
Und bring an diese Stätte
Sein heilig Feuer und den Herd
Durch Andacht und Gebethe!