Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An eben dem vorigen Feste von

An eben dem vorigen Feste

Evangel. Matth. XIX. v. 27. etc.

Text

Sieh Herr, fing Petrus einmahl an,
Wir haben nichts auf Erden,
Verlaßen alles, folgen dir,
Was wird uns davor werden?
Wist, sprach der Herr, ich sag es euch,
Des Menschen Sohn wird kommen
In seiner Kraft und Majestät,
Zu richten Bös' und Frommen.

Da sollt ihr warlich, sag ich euch,
Ihr, die ihr mir nebst allen
Im Stande geistlicher Geburth
Gefolgt und wohlgefallen,
Da sollt ihr, sag ich euch, mit mir
Den Urthelstab zerbrechen
Und den Geschlechtern Israels
Das Recht auf Stühlen sprechen.

Ein jeder aber, der mich liebt,
Muß auch mein Wort erfüllen.
Verläst er endlich noch dazu
Um meines Nahmens willen
Haus, Äcker, Vater, Mutter, Weib,
Kind, Schwestern, Freund und Brüder,
So wird ihm alles dermahleinst
Wohl hundertfältig wieder.


Lehre

Erlöser, der du auch vor mich
In Knechtsgestalt gekommen
Und mich durch Waßer und durch Geist
Zum Jünger angenommen,
Hilf, daß ich diese Lieb und Treu
Mit Gegenlieb erkenne
Und weder in Gefahr noch Lust
Mich etwan von dir trenne.

Dein Warlich überzeuget mich,
Du werdest bald erscheinen,
Zum Schröcken vor die böse Schaar,
Zum Troste vor die Deinen.
Ach, las mich deine Majestät
Alsdenn mehr ziehn als schlagen
Und vor dem Stuhle des Gerichts
Des Lammes Siegel tragen!

Las durch Verfolgung und Gefahr,
Zur Prüfung vor den Glauben,
Mir, wenn es dir gefällig ist,
Freund, Haus und alles rauben.
Um dich gedenck ich alles gern
Und freudig zu vergeßen;
Dein Reich hat mehr in jener Welt
Als jemand hier beseßen.