Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An Herrn Rasper von

[An Herrn Rasper]

Mein Phoebus saß bey Musenquellen
Und leyerte die Finger lahm;
Doch weil Herr Sp(eeres) Wort nicht kam,
So wollt er fast vor Durst geschwellen.
Kein Reim gerieth, der Finger stund,
Und um den halbverdorrten Mund
Fing schon das Leder an zu springen.
Herr R(asper) schickt den vollen Krug,
Nun, sprach er, kan ich wieder singen
Und habe Lust und Geist genug.
Da kommen Verse fast mit Haufen
Wie die nach Heinersdorf gelaufen,
Ja, Hand und Feder will nicht ruhn,
Die Zeilen groß und voll zu tragen,
Drum kan ich jezt mit Warheit sagen:
Wie kan das Bier doch oft so große Dinge thun!