Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wie schön blüht uns der Maien von

Wie schön blüht uns der Maien,
der Sommer fährt dahin,
mir ist ein schön Jungfräuelein
gefallen in meinen Sinn.
Bei ihr ja wär mir wohl,
wann ich nur an sie denke,
mein Herz ist freudenvoll.

Wenn ich des Nachts lieg schlafen,
mein Feinslieb kommt mir für,
wenn ich alsdann erwache,
bei mir ich niemand spür;
bringt meinem Herzen Pein,
wollt Gott, ich sollt ihr dienen.
Wie möcht mir baß gesein.

Bei ihr, da wär ich gerne,
bei ihr, da wär mirs wohl;
sie ist mein Morgensterne,
strahlt mir ins Herz so voll.
Sie hat ein roten Mund,
sollt ich sie darauf küssen,
mein Herz würd mir gesund.

Ich werf mit Rosenblättern
in Liebchens Fenster ein:
?Ei, schlafe oder wache,
ich möchte bei Dir sein!"
Das Fensterlein steht auf
wie be dem Vogelsteller,
ich wag mich nicht hinauf.

Wollt Gott, ich fänd im Garten
drei Rosen auf einem Zweig,
ich wollte auf sie warten,
ein Zeichen wärs mir gleich;
das Morgenrot ist weit,
es streut schon seine Rosen,
adie, meine schöne Maid.