Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Lied vom Kampff deß Glaubens von

Lied vom Kampff deß Glaubens

Nach der Stimme: Ich ruff zu dir, Herr Jesu Christ, usw.

1.
Wir liegen täglich in dem Streit,
Uns selbst zu überwinden:
Die Welt, das Fleisch, die Eitelkeit,
Der böse Lüst der Sünden
Und was sonst gleich
Deß Satans Reich
Pflegt GOTT zu widerstreben,
Darwider ficht
Deß Glaubens Liecht,
Das uns Gott hat gegeben.

2.
Es ist viel stärker, welcher sich
Als der Stätt' überwindet,
Daß er der alten Schlangen Stich
Im Hertze nicht empfindet.
Geitz, Fleisch und Blut,
Neid, stoltzer Muth
Herrscht nicht in seinen Sinnen.
Der Leib erliegt,
Die Liebe kriegt
Und macht den Sieg gewinnen.

3.
Wer also GOTT ergeben ist,
Wird der Welt Lüste hassen
Und wider alle HöllenList
Die Glaubenswaffen fassen.
Der schwere Streit
Bringt nach der Zeit
Die ewig HimmelsKrone:
Wer überwind,
Gewißlich findt
Der Außerwehlten Lohne.

4.
Ach GOTT, der du das Wollen giebst,
Verleih auch das Vollbringen!
Der Geist ist willig, den du liebst;
Das Fleisch ist schwer zu zwingen.
Wer wird uns doch
Von diesem Joch,
Deß Leibes Tod, erlösen?
Des HERREN Huld,
Der mit Gedult
Errettet von dem Bösen.