Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Liegst Du schon in sanfter Ruh von

Liegst Du schon in sanfter Ruh
und tust Dein schwarzbraun Auglein zu,
und die zarte Gliederlein
wohl in ein Federbett gewickelt ein.

Wälder, Felder schweigen still,
und niemand ist, der mit mir sprechen will,
alle Flüß haben ihren Lauf
und niemand ist, der mit mir bleibet auf.

Heut hab ich die Wach allhier,
Schönste, vor Deiner verschloßnen Tür,
Sonn und Mond, dazu das Firmament
schaun, wie mein junges Herz vor Liebe brennt.

Harfenklang und Saitenspiel
hab ich lassen spielen so oft und viel,
ich hab es lassen spielen so oft und viel,
so daß mir keine Saite mehr klingen will.

Gute Nacht! Gute Nacht! Frau Nachtigall
in dem Tal, tausendmal, überall,
grüße sie aus meinem Herzensgrund,
aus meinem Herzen, mit deinem Mund.