Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Zu Straßburg auf der Schanz von

Zu Straßburg auf der Schanz

Zu Straßburg auf der Schanz
da fing mein Unglück an,
da wollt ich den Franzosen desertieren
und wollt es bei den Preußen probieren.
Ei, das ging nicht an.

Ein Stund wohl in der Nacht
habens mich gefangen bracht.
Sie führten mich vors Hauptmanns Haus,
o Himmel, was soll werden draus!
Mit mir ists aus.

Früh morgens umd zehn Uhr
stellt man mich dem Regimente vor.
Da sollt ich bitten um Pardon.
Und werd doch kriegen meinen Lohn,
das weiß ich schon.

Ihr Brüder allzumal,
heut seht ihr mich zum letztenmal.
Unser Korporal, der gestrenge Mann,
ist meines Todes schuld daran,
den klag ich an.

Ihr Brüder alle drei,
ich bitt schießt allzugleich!
Verschont mein junges Leben nicht,
schießt, daß das rote Blut raus spritzt,
das bitt ich euch!

O Himmelskönigin,
nimm meine Seel dahin!
Nimm sie zu Dir in Himmel hinein,
allwo die lieben Englein sein,
und vergiß nicht mein.