Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Lebewohl von

Lebewohl

Morgen muß ich fort von hier
und muß Abschied nehmen;
o du allerschönste Zier,
Scheiden das bringt Grämen.
Da ich Dich so treu geliebt,
über alle Maßen,
soll ich Dich verlassen.

Wenn zwei gute Freunde sind,
die einander kennen,
Sonn und Mond begegnen sich,
ehe sie sich trennen.
Noch viel größer ist der Schmerz,
wenn ein treu verliebtes Herz
in die Fremde ziehet.

Küsset Dir ein Lüftelein
Wangen oder Hände,
denke, daß es Seufzer sein,
die ich zu Dir sende;
tausend schick ich täglich aus,
die da wehen um Dein Haus,
weil ich Dein gedenke.