Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Rosen von

Rosen

An Rosen such ich mein Vergnügen,
an Rosen, die die Herzen ziehn,
an Rosen, die den Frost besiegen
und hier das ganze Jahr durch blühn,
an Rosen, die wir bei den Linden
sonst nirgends leicht so reizend finden.

Die Rose trägt das Blut der Götter
und ist der Blumen Königin;
ihr Antlitz sticht das schönste Wetter
und selbst Aurorens Wangen hin.
Sie ist ein Stern der milden Erden
und kann von nichts verfinstert werden.

Mit Rosen schmück ich Haupt und Haare,
die Rosen tauch ich in den Wein,
die Rose soll vor meine Jahre
die allerbeste Stärkung sein.
Die Rose zieret meine Flöten
und krönt mich mächtigen Poeten.

Auf Rosen macht ich gute Reime,
auf Rosen schläfet meine Brust,
auf Rosen hab ich sanfte Träume
von still und warm und weicher Lust;
und wenn ich einst von hinnen fahre,
so wünsch ich Rosen auf die Bahre.