Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An den h. Aloysius von

An den h. Aloysius

O Du, in Deinem Lilienkranze,
Dich preise meine Seele laut,
Dich, der im reinen Engelglanze
Des Vaters Antlitz ewig schaut! -

Der Du Dein ganzes Erdenleben
Dem Heiland dienend, fromm und rein,
In Gottes Vaterhand gegeben,
O lehr' auch mich Dein Abbild sein!

Und durch die Macht, die Dir gegeben,
Durch Seine Gnade, Deine Treu',
Erfleh' mir, daß mein ganzes Leben
In Jesu Dienst geheiligt sei.

Laß mich in stiller Demuth wandeln,
Wie mich Dein heilig Vorbild lehrt,
Bis sich im Lieben, Leiden, Handeln
Dein Ebenbild in mir verklärt.

Möcht' ich wie Du den Heiland lieben,
O, sel'ger Jüngling, keusch und rein!
Laß meine ganze Seele drüben,
Mein Herz nur Ihm geopfert sein.

O, lehre mich die Lieb' erkennen,
Die Jesu Herz so zu mir kehrt,
Und mich in Gegenlieb' entbrennen,
Bis ihre Gluth mein Herz verzehrt.

Mit Deinen Lilien woll'st Du decken,
Was meine Buße nicht gelöscht,
Die Mängel all' und all' die Flecken,
Die fruchtlos meine Thräne wäscht.

Erfleh' mir, daß dereinst mein Sterben
So selig wie Dein Sterben ist,
Und laß mich eine Stätt' erwerben
In jenem Haus, darin Du bist.

O, Dich in Deinem Lilienkranze,
Dich grüß' ich, Jüngling, keusch und rein!
An Deiner Tugend heil'gem Glanze
Soll täglich sich mein Herz erfreun.

Düsseldorf, den 21. Juni 1820.