Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wenn Du am Felsenhange standst alleine von

Wenn Du am Felsenhange standst alleine,
unten im Walde Vögel seltsam sangen
und Hörner aus der Ferne irrend klangen,
als ob die Heimat drüben nach Dir weine,

wars niemals da, als rief die eine, Deine?
Lockt Dich kein Weh, kein brünstiges Verlangen
nach andrer Zeit, die lange schon vergangen,
auf ewig einzugehn in grüne Scheine?

Gebirge, dunkelblau, steigt aus der Ferne,
und von den Gipfeln führt des Bundes Bogen
als Brücke weit in unbekannte Lande.

Geheimnisvoll gehn oben goldne Sterne,
unten erbraust viel Land in dunklen Wogen -
was zögerst Du am unbekannten Rande?