Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An mich, den Pindar-Nachahmer von

An mich, den Pindar-Nachahmer

Ich sah und beb'! - Hätt' ich ihn nie gesehen,
Der mich mir selbst entriß,
Entriß zum Sklaven mich! - Verwünscht mein Flehen,
Das meine Brust zersprengt' und stieß

Hinauf gigantisch! - Warum bleibt Ihr, Götter,
Nicht stets mitleidig hart!
Semelens Pochen siegt: Du Zeus im Wetter!
Schon glüht sie! ach, zu menschlich zart!

Sie glüht, ich blinze! - Denn im Waffenfeuer
Fuhr Pindar vor mir her,
Und Siegespfeile rauschten aus der Leyer
Im Tritt der Harmonieen schwer.

Die trafen, blend'ten mich! - Unlöschbar brannte
Sein hohes Götterbild
Sich in mein Capitol, und jeder Altar nannte
Den Gott, der meinen Tempel füllt

Mit fremden Kohlen; denn mein Sonnenfeuer
Ist todt! - O, flöh' ich Dich,
Daß tief in Wüstenei'n, wo keine Leyer
Bezaubert, ich noch fühlte mich!