Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Quid novi ex Africa? von

»Quid novi ex Africa?«

An J. Fr.

»Wanderer, steh! und sage mir an, in welcher Verfassung

Ihr das gepriesene Volk jener Borussen verließt?

Sind die Poeten noch nicht im Preise gestiegen, und haben

Immer die Fähndriche noch doppelten Dichtergehalt?

Junkert man immer noch viel und schätzt die Menschen noch immer

Nur nach der Größe des Wurms, der sich im Fleische verbirgt?

Mehrt die Canaille sich stark, seit jüngst in Gnaden geruht ward,

Daß ein adliger Lump werde zum Bürger gemacht?

Wieviel Pfaffen, o sprich, wieviel Trompeter des Glaubens,

Wieviel Heilige stehn bei den Ministern in Gunst?

Hat sich der Himmel gebührlich bedankt schon wegen des Sonntags

Besserer Feier, die ihm seine Getreuen votiert?

Dann von der Staatszeitung zweideutigem Rufe verkünd' uns:

Wer doch erfreut nunmehr ihrer Umarmungen sich?

Zählt sie noch immer, o Glanz! drei Leser auf einen Redaktor?

Schmiert sie dem russischen Bär immer noch Honig ins Maul?

Seit sich der Fürsten Romantiker jüngst mit dem Fürst der Romantik

Enge verbunden, wie ist's um das Theater bestellt?

Liest er noch immer so hübsch, der Tieck? Was machen die Alten?

Welche Komödie wird eben bei Hofe studiert?

Ist Reineke der Fuchs bei seinem erhabenen Schwager,

Oder sein Schwager, der Petz, wieder einmal in Berlin?«