Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Abendlandschaft von

Abendlandschaft

Goldner Schein
Deckt den Hain;
Mild beleuchtet Zauberschimmer
Der umbüschten Waldburg Trümmer.

Still und hehr
Strahlt das Meer;
Heimwärts gleiten, sanft wie Schwäne,
Fern am Eiland Fischerkähne.

Silbersand
Blinkt am Strand;
Röter schweben hier, dort blässer,
Wolkenbilder im Gewässer.

Rauschend kränzt,
Goldbeglänzt,
Wankend' Ried des Vorlands Hügel,
Wolkenbilder im Gewässer.

Rauschend kränzt,
Godbeglänzt,
Wankend' Ried des Vorlands Hügel,
Wild umschwärmt vom Seegeflügel.

Malerisch
Im Gebüsch
Winkt mit Gärtchen, Laub und Quelle
Die bemooste Klausnerzelle.

Pappeln wehn
Auf den Höhn;
Eichen glühn, zum Schattendome
Dicht verschränkt, am Felsenstrome.

Nebelgrau
Webt im Tau
Elfenreigen dort, wo Rüstern
Am Druidenaltar flüstern.

Auf der Flut
Stirbt die Glut;
Schon verblaßt der Abendschimmer
An der hohen Waldburg Trümmer.

Vollmondschein
Deckt den Hain;
Geisterlispel wehn im Tale
Um versunkne Heldenmale.