Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Geben ist seliger denn Nehmen von

Geben ist seliger denn Nehmen

Das ist ein Wort von edlem Klange
nd schließt die reinsten Freuden ein,
Laß, Herz, auf deinem Lebensgange
Dies Wort dir zum Geleite sein.

Und pflanze zu der Lilienblüte,
Der Unschuld deiner Jugendzeit,
Als schönsten Schmuck dir ins Gemüte
Die Rose der Barmherzigkeit.

Gib, wo du kannst, - denn nichts verlierst du,
Sei wie der Born im Felsenschacht,
Je mehr du gibst, je reicher wirst du,
Weil Geben ja so selig macht!

O du, von Schicksalsgunst gesegnet,
Von deinem Ueberflusse gib,
Wenn dir ein armes Kind begegnet,
Sei gut mit ihm und zart und lieb!

Herz, lern' es immer mehr ermessen,
Daß Geben, Geben eine Lust,
Nur wer sich selbst kann ganz vergessen,
Der trägt den Glückskeim in der Brust.