Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Allein. von

Allein.

Rastlos reihend Stich an Stich,
Sitzt, mit müdem Rücken,
Aufrecht kaum erhaltend sich,
Sie, ohn' aufzublicken.

Lautlos eilet ihre Hand,
Ohne je zu rasten;
Doch weitab von dem Gewand
Die Gedanken hasten.

Eine Träne rollt herab
Auf die welken Wangen;
Was ihr einst das Glück auch gab,
Es ist fortgegangen.

Unlängst trug man ihn hinaus,
Ihren einz'gen Knaben.
Einsam bleibt sie nun zuhaus',
Bis auch sie begraben.

Ach, sie sehnet sich hinab,
Dort, wo in der Erde,
In dem dunklen, kühlen Grab
Sie ihm nah sein werde.