Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wir ziehn auf stillen Wegen. von

Wir ziehn auf stillen Wegen.

1. Wir ziehn auf stillen Wegen, die Fahnen eingerollt.
Es rinnt so leis der Regen, als wäre es gewollt.
Denn wir marschieren in langen Reihen zu vieren,
noch heute ungekannt,
doch wir marschieren, marschieren in langen Reihen zu vieren
aus Not und Schmach und Schand ins freie Vaterland.

2. Der Mond hat sich verstecket und alles wohlbedacht,
die Sternlein zugedecket für eine tiefe Nacht.
Denn wir marschieren usw.

3. Nun dämmert schon der Morgen, die Glocke ruft vom Turm.
Zerweht sind unsre Sorgen, sie ruft uns ja zum Sturm!
Denn wir marschieren usw.

4. Mein Kamerad zur Linken, zum Sturm die Fahne hoch!
Und muß der Träger sinken, vieltausend leben noch.
Denn wir marschieren usw.

5. Und einmal ist zu Ende die Nacht und all die Not,
dann heben wir die Hände zu unserm Herre Gott
und marschieren, marschieren in langen Reihen zu vieren,
der Sonne zu gewandt;
und marschieren, marschieren in langen Reihen zu vieren,
die Fahnen in der Hand, durchs freie deutsche Land!