Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Der Frohsinn von

Der Frohsinn

Voller Gefühl des Jünglings, weil ich Tage
Auf dem Roß, und dem Stahl, ich seh des Lenzes
Grüne Bäume froh dann, und froh des Winters
Dürre beblütet.

Und der geflohnen Sonnen, die ich sahe,
Sind so wenig doch nicht, und auf dem Scheitel
Blühet mir es winterlich schon, auch ist es
Hier und da öde.

Wenn ich dies frische Leben regsam atme;
Hör ich dich denn auch wohl, mit Geistes Ohre,
Dich dein Tröpfchen leises Geräusches träufeln,
Weinende Weide.

Nicht die Zypresse, denn nur traurig ist sie;
Du bist traurig und schön, du ihre Schwester,
O es pflanze dich an das Grab der Freund mir,
Weide der Tränen!

Jünglinge schlummern hin, und Greise bleiben
Wach. Es schleichet der Tod nun hier, nun dort hin,
Hebt die Sichel, eilt, daß er schneide, wartet
Oft nicht der Ähre.
Weiß auch der Mensch, wenn ihm des Todes Ruf
schallt?
Seine Antwort darauf? Wer dann mich klagen
Hört, verzeih dem Toren sein Ach; denn glücklich
War ich durch Frohsinn!