Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An eine Lieblingsbuche meines Gartens von

An eine Lieblingsbuche meines Gartens

in deren Stamm ich Höltys Namen schnitt

Holdeste Dryas, halte mir still! es schmerzet nur
wenig:
Mit wollüstigem Reiz schließt sich die Wunde
geschwind.
Eines Dichters Namen zu tragen bist du gewürdigt,
Keinen Lieberen hat Wiese noch Wald mir
genannt.
Sei du künftig von allen deinen Geschwistern die
erste,
Welche der kommende Lenz wecket und reichlich
belaubt!
Und ein liebendes Mädchen, von deinem Dunkel
umduftet,
Sehe den Namen, der, halb nur verborgen, ihr
winkt.
Leise drückt sie, gedankenvoll, die Lippen auf diese
Lettern, es dringet ihr Kuß dir an das innerste
Mark.
Wehe der Hand, die dich zu schädigen waget! Ihr
glücke
Nimmer, in Feld und Haus, nimmer ein friedliches
Werk!