Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Theokrit von

Theokrit

Sei, o Theokritos, mir, du Anmutsvollster, gepriesen!
Lieblich bist du zuerst, aber auch herrlich fürwahr.
Wenn du die Chariten schickst in die Goldpaläste der
Reichen,
Unbeschenkt kehren sie dir, nackenden Fußes,
zurück.
Müßig sitzen sie wieder im ärmlichen Hause des
Dichters,
Auf die frierenden Knie traurig die Stirne gesenkt.
Oder die Jungfrau führe mir vor, die, rasend in Liebe,
Da ihr der Jüngling entfloh, Hekates Künste
versucht.
Oder besinge den jungen Herakles, welchem zur
Wiege
Dienet der eherne Schild, wo er die Schlangen
erwürgt:
Klangvoll fährst du dahin! dich kränzte Kalliope
selber,
Aber bescheiden, ein Hirt, kehrst du zur Flöte
zurück.