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Epistel von

Epistel

Wie sich dein neuer Poet in unserem Kreise gefalle?
Nicht zum besten. Er meint, man verstünd ihn eben
auch hier nicht.
Jetzo hat er ein griechisches Epos, hör ich, die
Argonauten,
heroische Form, auf dem Amboß. Segn' es der Gott
ihm,
Aber zu lesen begehr ich es nicht. Glaub mir, das ist
auch so
Eins von den sauren Genies, dergleichen wir mehrere
kennen.
Wortkarg streicht er den Schnurrbart sich, wie
verstimmt und befangen,
Wenn man des Trefflichsten irgend gedenkt von den
Alten und Neuen;
Oder er mäkelt daran mit kleinlichem Tadel, von fern
erst,
Bis er, hitziger werdend im Streit, Maßloses
daherschwatzt
Und wie ein stätischer Esel hinausschlägt, wo es auch
hintrifft.
Das sind schlimme Symptome. - Vernimm ein
homerisches Gleichnis
(Pflegten wir doch vormals in parodischer Laune
zuweilen
Stundenlang nach der Weise des göttlichen Alten zu
reden):
Gleichwie die gelbliche Birne zur Herbstzeit, wenn
sie gereifet
Fiel vom Ast und im Fall von der dornigen Hecke
verwundet
Liegt am Boden, alsbald mit schwärmenden Wespen
bedeckt ist,
Welche sie rings aushöhlen, die gierigen Kiefer
bewegend:
Also strotzet sein Herz von wilden Gedanken der
Ehrsucht
Und des verzehrenden Neids. Ihn blendete völlig ein
Dämon.