Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An Eduard Weigelin von

An Eduard Weigelin

bisher Professor am Katharinenstift

Bei seinem Austritt aus der Anstalt

Freund! dein heiterer Blick und deine gelassene
Miene
Heißt uns die Klage des Abschieds sparen; doch tief
in der Brust dir
Selber bewegt sich das männliche Herz. Wer möcht
es ihm wehren?
Denn du verlässest das Haus, das dir wie dein eigenes
lieb war,
Dem du die Blüte der Jahre geweiht im redlichen
Tagwerk.
Aber glücklich genug, der still sich dessen bewußt ist!
Siehe, die Zeit kommt auch, da wir weggehn
nacheinander,
Ungern jeder fürwahr, doch keiner mit besserem
Ruhme,
Noch von treueren Wünschen der dankbaren Liebe
begleitet.