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Ich denke dein [I] von

Ich denke dein [I]

Ich denke dein, wenn über Roms Ruinen
Die Sonne sinkt!
Vom Abendroth durch Eichengrün beschienen
Die heil'ge Tiber blinkt!

Dein denk' ich, wenn der grauen Vorwelt Schauer
Der Hall' entschwebt!
Des Eppichs Netz an hoher Riesenmauer
Im Mondstrahl silbern bebt!

Wenn in der Pinie ernstem Säulentempel
Mein Aug' erquickt,
Betrachtung, Tiefsinn, eueren hehren Stempel
Rings um sich her erblickt!

Dort an des Grabes ew'ger Piramide
Warst du mir nah!
Mir nah als ich Orest der Eumenide
Geweiht, voll Wehmuth sah!

Electra's hoher Sinn, und Weibesmilde
Mich tief durchdrang!
Des Griechen Geist mir aus dem Marmorbilde
Wie Saitenton erklang!

Im Lorbeerwald, wo die Zipresse dunkelt,
Im Mirthenhain
Wenn über mir des Himmels Bogen funkelt
Denkt meine Seele Dein!

Ach dein, wenn über Tod, und Grab, und Erde,
Mein Geist sich schwingt!
Des Schöpfers zweyter Allmachtsruf es werde
Auch meine Gruft durchdringt.

Wenn Nemesis, was strenge du gefodert
Ist abgebüßt -
Und Psyche, der nicht mehr die Fackel lodert,
Vergelterin dich grüßt!