Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An eine Kunstreiterin von

An eine Kunstreiterin.

Wie eine Blume, drüberhin der Lenz-
Wind geht; wie eine Tänzerin, die rastend
Das Echo noch des Rhythmus in sich fühlt,
Der sie entzückte, und ihm ohne Willen
Nachgibt: so hockst du vor mir im Gemach,
Und der Duft der Hengste schwebt noch um dein Haar
Und in den Augen noch der Glanz der Lichter,
Und deine Hand fährt über meine Knie,
Liebkosend, träumend, so als streife sie
An eine Welt, mit der sie nichts verbindet,
Und die ihr fern ist wie das Einst und Nie.



Du bist der schönste
Gedanke des Frühlings.

Du bist der süßeste Hauch,
Der am Abend mich anweht.

Du bist die wilde Verzweiflung
Aller, die dich lieben.

Ach, du hast in finstere Nacht
Auch mich gehüllt.

Wer bist du?

Du bist der süßeste Hauch,
Der am Abend mich anweht.



Deine feinen Hände
Greifen den Atem der Rosen, die dich lieben.

An deinen feinen Brüsten
Hängt der Abend in Glanz und Demut.

Aus deinen verdunkelten Augen
Weht Kühle mich an.

Die Kühle deines Herzens weht mich an
Aus deinen Augen bei Abend.