Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Daß der Tod uns heiter finde von

Daß der Tod uns heiter finde.

Laßt uns Blumen pflücken gehn,
Letzte Astern, späte Rosen.
Morgen werden Stürme tosen
Und den bunten Schmuck verwehn.

Auch den Becher holt hervor,
Fröhlich laßt uns sein und trinken.
Morgen werden Schatten sinken,
Und es schweigt der laute Chor.

Wißt ihr wo ein holdes Kind,
Teilt mit ihm die letzten Blüten!
Die noch heut in Liebe glühten,
Morgen sind die Augen blind.

Scherzt und küßt und trinkt und lacht,
Eh' wir uns zum Abschied rüsten.
Drüben winkt von fremden Küsten
Eine sternenlose Nacht.

Horch. Schon meldet sich ihr Wehn.
Daß der Tod uns heiter finde!
Singend unterm Kranzgewinde
Laßt uns ihm entgegengehn.