Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Trostlied der bangen Regennacht von

Trostlied der bangen Regennacht.

Keine Furcht der Erde
Kann uns bange tun:
Sieh, wie sanft die Pferde
Wang' an Wange ruhn!

Ganz allein gelassen
In der bittern Nacht,
Wo der Wind die blassen
Weiden zittern macht,

Wo ein siecher Regen
Bös, sehnsüchtig rinnt,
An viel fremden Wegen
Bettler flüchtig sind,

Ruhn sie Wang' an Wange,
Wie Erlöste ruhn,
Keine Furcht kann bange
Ihrer Inbrunst tun.

Alles, was sie leiden,
Schlummert Haupt an Haupt -
Und die blassen Weiden
Stehn wie lenzbelaubt.