Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Liebe nur kann ewig sein von

Liebe nur kann ewig sein.

Gottes Krallenhand zerreißt den kranken
Abendhimmel der verhaßten Stadt,
Aus der Sterne welken Rosenranken
Schüttelt er des Monds vergilbtes Blatt.

Jäh ist wie von fieberschweren Fäusten
Alles Licht der Straßen abgewürgt,
In den goldnen Augen seiner treusten
Türme sich das letzte Dunkel birgt.

Der Paläste fahles Glas erblindet,
Und der Park bricht taumelnd in die Knie,
Mit entseeltem Todesseufzer schwindet
Der zermalmten Plätze Melodie.

Und das Schlüpfrige verfemter Keller
Speit sein krüppelhaftes Krächzen aus -
Gottes Heilandshand bedeckt mit schneller
Zärtlichkeit das letzte Vorstadthaus.

Wird zum Streicheln über der Ruine
Einer Schädelstätte, die ihn rührt,
Daß zum Aufgang seiner Liebesmiene
Eines Segnenden Gebärde führt.