Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Mignon von

Mignon.

Wer in die Nacht geht, müßt' mich sehn
Am Wege auf dem Stein -
Mein Krug und Wanderstecken stehn
Im hellen Mondenschein.

Die Schuhe hab' ich abgetan,
Das Haar ist aufgelöst,
Ich hab', als wüßt' ich keinen nahn,
Auch meine Brust entblößt.

Der Nachthauch kühlt mich wie ein Bad.
Alle Wanderer ferne gehn. -
Nur wer die Erde begraben hat,
Kann mich hier sitzen sehn.