Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Stille Fahrt von

Stille Fahrt

Ich stand an einem dunklen Meer.
Da kam von grünen Eiland her
Ein stiller Kahn geschwommen.
Mir ward so leicht, mir ward so schwer,
Mein Herz ward aller Unrast leer,
Der Schmerz ward mir genommen.

Still fließ das Schifflein an den Strand;
Sein Lenker winkte mit der Hand,
Er lachte wie im Traume
Und lud mich ein zum andern Land,
Das in der Ferne unbekannt
Grün glänzte aus dem Schaume.

Und ich stieg ein. Der stille Mann
Zog stumm die schwarzen Ruder an,
Wir schwammen aus dem Hafen.
Er sang ein seltsam Liedchen dann
Und nickte müde dann und wann,
Und ich bin eingeschlafen ...