Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Abendlied von

Abendlied

Still! Der Wald ist schwarz geworden,
zu Tale zieht des Hirten Melodie ...
Die Lüfte ruhen — nächtige Vögel
entflattern lautlos jedem Strauch.
Walddunkel träufelt Tau und Düfte,
den Kronen stirbt der Winde Hauch,
die rieseln in die Ebene nieder
und spielen mit dem Hüttenrauch.
Nun breitet Finsternis die Flügel,
nun schwindet das Gelände auch ...

Still! Der Wald ist stumm geworden.
Im Fernen zagt des Hirten Melodie:
„Gelie..bte du ... Gelie..bte du ..."