Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gruß von ferne von

Gruß von ferne.

Die Nacht ist still. Das leise Ticken
Der Uhr nur mahnt mich an die Welt.
Vor meinen blindgewordnen Blicken
In Finsternis das All zerfällt.

Da kommt ein leises süßes Tönen
Von fern zu mir wie Flötenklang: -
Ein Gruß des Feinen und des Schönen,
Das mir die dreiste Welt verschlang.

Ein Blütenzweig in Traum und Trauer
Voll Glanz zu mir herniederschwebt.
Und duftgeküßt, in freud'gem Schauer,
Fühl' ich, daß meine Welt noch lebt.

Die Hand, die mir aus nächt'gem Dunkel
Zum Trost die lichte Dolde brach,
Führt mich noch einst zum Lichtgefunkel,
Das ew'ge Sehnsucht mir versprach.